Planetarischer Nebel Abell-39
Der planetarische Nebel Abell 39 gehört zu den eindrucksvollsten kugelförmigen planetarischen Nebeln der Milchstraße. Er liegt im Sternbild Herkules und ist wegen seiner nahezu perfekten Kugelgestalt astrophysikalisch besonders interessant.
Grundlegende astrophysikalische Daten
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Typ | Planetarischer Nebel |
| Katalogbezeichnungen | Abell 39, PN A66 39, PK 47+42.1 |
| Sternbild | Herkules |
| Epoche 2000, RA | ca. 16h 27m 33s |
| Deklination | +27° 55′ |
| Scheinbare Helligkeit | etwa 13–14 mag |
| Winkeldurchmesser | ca. 2,9 Bogenminuten |
| Entfernung | ca. 3.800–7.000 Lichtjahre (unsicher) |
| Reeller Durchmesser | etwa 2,5–5 Lichtjahre |
| Alter | ungefähr 11.000–22.000 Jahre |
| Zentralstern | heißer weißer Zwerg-Vorläufer |
| Temperatur Zentralstern | vermutlich > 50.000 K |
Die Distanzangaben variieren deutlich, weil Entfernungen planetarischer Nebel schwer exakt zu bestimmen sind. Neuere Gaia-basierte Abschätzungen liegen eher bei rund 3.300–3.800 Lichtjahren.
Entstehung
Planetarische Nebel entstehen am Lebensende sonnenähnlicher Sterne. Der ursprüngliche Stern von Abell 39 hat seine äußeren Hüllen abgestoßen. Das heiße Sternenrestobjekt im Zentrum sendet starke UV-Strahlung aus und ionisiert das expandierende Gas — dadurch beginnt der Nebel zu leuchten.
Besonderheiten von Abell 39
Fast perfekte Kugelform
Abell 39 ist nahezu kreisrund. Genau das macht ihn astrophysikalisch so wertvoll. Nur etwa 20 % aller planetarischen Nebel zeigen eine annähernd sphärische Symmetrie.
Astronomen vermuten:
- Der Zentralstern hatte vermutlich keinen engen Begleitstern.
- Magnetfelder und Sternrotation spielten nur eine geringe Rolle.
- Wechselwirkungen mit dem interstellaren Medium sind schwach.
Dadurch konnte sich die Gaswolke fast isotrop ausdehnen.
Chemische Zusammensetzung
Wie viele planetarische Nebel enthält Abell 39:
- ionisierten Wasserstoff,
- Sauerstoff ([O III]),
- Helium,
- Stickstoff.
Das charakteristische blau-grünliche Leuchten stammt hauptsächlich von doppelt ionisiertem Sauerstoff.
Weiterführende Informationen
- Technische Daten: AstroBin
- Weitere Bildbearbeitung: astroimages
- Astrophysik: Wikipedia


